Boot fertig! Werksabnahme, Einweisung und Verladung der SY Viserion
- Christian Nüßer

- vor 17 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Nach vielen Monaten Planung, zahllosen Entscheidungen und großer Vorfreude war es endlich so weit: Unsere SY Viserion ist fertig.

Die Werksabnahme bei Sirius Yachts war für mich weit mehr als eine formale Übergabe. Sie markierte den Abschluss der Bauphase und gleichzeitig den Beginn eines neuen Kapitels. Zum ersten Mal stand das Schiff vollständig ausgerüstet vor mir – genau so, wie ich es mir über Jahre vorgestellt hatte.
Der erste Eindruck
Schon beim Betreten der Werfthalle war klar: Aus einem Projekt auf dem Papier ist ein echtes Schiff geworden.
Der dunkelblaue Rumpf, das helle Deck, die elegante Linienführung und das liebevoll gestaltete Drachenlogo verliehen der Viserion sofort ihren ganz eigenen Charakter. Zum ersten Mal konnte ich alle Bereiche so erleben, wie sie später auch auf unseren Reisen genutzt werden.

Dabei wurde einem auch bewusst, wie viele Menschen an einem solchen Schiff arbeiten. Das gemeinsame Gruppenfoto mit der gesamten Sirius-Mannschaft zeigt eindrucksvoll, wie viel handwerkliches Können und Leidenschaft in jedem einzelnen Boot stecken.
Eine Werksabnahme bis ins kleinste Detail
Für die Werksabnahme nahm sich Markus von Sirius Yachts einen kompletten Tag Zeit. Und genau so sollte eine Übergabe auch sein.
Wir sind wirklich jedes Detail des Schiffes gemeinsam durchgegangen. Dabei ging es nicht nur darum zu kontrollieren, ob alles funktioniert, sondern vor allem darum, das Boot bis ins kleinste Detail kennenzulernen.
Gemeinsam überprüften und besprachen wir unter anderem:
sämtliche Stromkreise, Schalter und Sicherungen
Wasser- und Abwassersystem
Heizung und Warmwasserversorgung
Pantry mit allen Geräten
Fenster, Luken und Verschlüsse
Motorraum und alle Wartungspunkte
Bilgen und Pumpensysteme
sämtliche Seeventile
Navigationstisch und Bordelektronik
Decksausrüstung und Ankersystem
Stauräume, Wartungsklappen und Servicezugänge
Besonders beeindruckt hat mich dabei nicht nur die Funktion der einzelnen Systeme, sondern die vielen Gedanken, die sich Sirius bei deren Zugänglichkeit gemacht hat. Fast jede technische Komponente ist so verbaut, dass Wartungsarbeiten später problemlos durchgeführt werden können.
Trocken-Einweisung – Wissen, das später Gold wert ist
Da das Boot noch an Land stand, konnten wir ohne Zeitdruck jeden Bereich ausführlich besprechen.

Markus erklärte nicht einfach nur, wo sich welche Komponenten befinden. Er vermittelte vielmehr das komplette Konzept hinter dem Schiff.
Warum wurde eine Leitung genau dort verlegt? Welche Wartungsarbeiten sollte man regelmäßig durchführen? Wie gelangt man unterwegs schnell an wichtige Bauteile? Welche Reihenfolge empfiehlt sich beim Ein- oder Auswintern?
Viele dieser Dinge lernt man nicht aus einem Handbuch.
Gerade auf einer Langfahrtyacht ist dieses Wissen enorm wichtig. Ich bin sicher, dass ich unterwegs noch oft an viele Tipps dieses Tages zurückdenken werde.
Qualität, die man überall erkennt
Während wir gemeinsam durch das Schiff gingen, fiel immer wieder auf, mit welcher Sorgfalt gearbeitet wurde.
Die Holzarbeiten sind hervorragend verarbeitet, sämtliche Möbel sitzen perfekt, Klappen schließen sauber und überall erkennt man, dass hier Menschen mit großer Erfahrung gebaut haben.
Natürlich wurden auch einige kleinere Punkte auf unserer Abnahmeliste festgehalten. Das gehört zu einer Werksabnahme dazu. Genau dafür ist sie schließlich da. Sirius wird diese Punkte selbstverständlich noch vor der endgültigen Übergabe erledigen.
Insgesamt hat das Schiff jedoch einen hervorragenden Eindruck hinterlassen.
Auch der Humor kommt bei Sirius nicht zu kurz
Bei aller Technik, Checklisten und Detailarbeit gab es auch einen Moment, der für herzhaftes Lachen sorgte.
Im Bad lag tatsächlich eine Rolle rosa Toilettenpapier bereit.

Markus erklärte mit einem Grinsen, dass dies die Idee des Projektleiters gewesen ist. Ein kleines Detail, das natürlich sofort auffiel und für einige Lacher sorgte.
Genau solche Kleinigkeiten zeigen, dass bei aller Professionalität auch der Humor seinen festen Platz hat.
Ein bewegender Moment: Die Verladung
Nach der erfolgreichen Abnahme stand der nächste große Schritt an.
Mit einem großen Mobilkran wurde die Viserion vorsichtig angehoben und auf den Spezialtransport gesetzt.
Obwohl das Sirius-Team diese Arbeiten regelmäßig durchführt, war es beeindruckend zu sehen, mit welcher Ruhe, Präzision und Erfahrung jeder einzelne Handgriff ausgeführt wurde.
Als das Schiff schließlich frei in den Gurten hing, wurde mir erst richtig bewusst, was gerade passiert.
Die Bauzeit war beendet.
Aus einem Werftprojekt wurde nun endgültig unser eigenes Schiff.
Nur wenige Minuten später stand die Viserion sicher auf dem Tieflader – bereit für ihre Reise nach Neustadt in Holstein.
Vielen Dank an das gesamte Sirius-Team
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Markus bedanken.
Er hat sich unglaublich viel Zeit genommen, jede noch so kleine Frage beantwortet und seine Erfahrungen offen weitergegeben. Eine solche Einweisung ist alles andere als selbstverständlich und gibt gerade einem neuen Eigner sehr viel Sicherheit.
Ebenso gilt mein Dank dem gesamten Team von Sirius Yachts.
Jeder einzelne Mitarbeiter hat seinen Anteil daran, dass aus vielen tausend Einzelteilen unsere Viserion entstanden ist. Das gemeinsame Gruppenfoto wird deshalb für mich immer eine besondere Erinnerung bleiben.
Jetzt beginnt das eigentliche Abenteuer
Mit der Verladung endet die Bauphase.
Vor uns liegen nun die Wasserung, die technische Inbetriebnahme, die ersten Probeschläge auf der Ostsee und viele weitere Vorbereitungen für unsere kommenden Reisen.

Die letzten Jahre bestanden aus Planung, Entscheidungen und Vorfreude.
Jetzt beginnt endlich der Teil, auf den wir alle hingearbeitet haben:
Segeln. Entdecken. Erleben.
Die SY Viserion ist bereit.

Und ehrlich gesagt – ich glaube, ich bin es auch. ⛵




































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