🌊 Meine Lieblings-Apps fürs Segeln: Digitale Helfer an Bord der SY Viserion
- Christian Nüßer

- 2. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Nov. 2025
Seit ich regelmäßig segle, haben sich unzählige digitale Helfer auf meinem Smartphone und iPad angesammelt. Einige sind reine Wetter- oder Navigations-Tools, andere helfen beim Planen, Loggen oder beim Entspannen nach einem langen Segeltag. In diesem Beitrag stelle ich euch die Apps vor, die ich wirklich regelmäßig an Bord der SY Viserion nutze – vom Törnstart bis zur Ankunft im Hafen.
Noch spannender wird es, wenn man sie kombiniert: Viele Apps ergänzen sich perfekt.Ich zeige euch daher nicht nur meine Favoriten, sondern auch Workflows, wie ich sie in der Praxis einsetze.
⚓ 1. Wetter & Navigation – Der digitale Blick in den Himmel und aufs Meer
Mein Favorit für Wetter- und Strömungsvorhersagen. Besonders die Offshore-Routenplanung und die GRIB-Daten sind Gold wert, wenn man längere Törns plant oder den besten Windwinkel sucht.

Schnell, visuell und zuverlässig. Ich nutze Windy meist, um Windverläufe, Regenradar und Wellenvorhersagen grafisch zu prüfen – perfekt zur Vorbereitung auf den nächsten Schlag.
Die wohl bekannteste Karten-App – und völlig zu Recht. Mit Tiden-Infos, Tiefenlinien, Community-Layer und automatischer Routenplanung ist sie mein digitales Kartenplotter-Backup.
Eine super Community-App: Häfen und Ankerbuchten mit Bewertungen, Fotos und Tipps anderer Segler. Besonders hilfreich im Mittelmeer, wo gute Ankerplätze oft heiß begehrt sind.
Ideal, um Schiffsbewegungen in Echtzeit zu sehen. Ich checke damit häufig den Verkehr im Hafen oder vor der Einfahrt – oder beobachte Freunde, die gerade auf See sind.
Eine spannende App, um Segelrouten, Orte und andere Crews weltweit zu entdecken. Ich nutze sie gern, um interessante Ankerplätze und Reviere zu markieren oder Erfahrungen zu teilen.
🧭 2. Ausbildung, Manöver & Sicherheit – Wissen auffrischen unterwegs
Wenn mal ein Lichtsignal oder eine Tonne unklar ist: kurz nachgeschaut und sofort wieder sicher.
Diese Apps sind wie kleine Nachschlagewerke. Ich nutze sie regelmäßig zur Auffrischung – besonders bei Manövern, wenn neue Crewmitglieder an Bord sind.


Die App der Seenotretter: Sie ermöglicht es, Törns offiziell zu registrieren, sodass bei Ausbleiben einer Rückmeldung automatisch Alarm ausgelöst wird. Ein Muss für jeden, der Sicherheit ernst nimmt.
Eine Alternative zu Windy & PredictWind – mit Fokus auf amtliche Wetterberichte, Navtex-Daten und Warnmeldungen des DWD.
🪝 3. Ankern, Loggen & Bordalltag

Mein digitales Logbuch. Position, Wetter, Geschwindigkeit, Crew – alles automatisch erfasst. Ideal für die Nachbereitung von Törns oder den Blog.
Simpel und effektiv: Meldet sich, wenn das Boot vom Anker driftet. Ich stelle die App immer parallel zu meinem Plotter ein – doppelt hält besser.
Für Navigationstraining oder klassische Kreuzpeilungen. Perfekt, wenn man die alte Schule nicht ganz vergessen will.
🧳 4. Reise & Organisation
Google Maps & Google Earth
Unverzichtbar für die Landgänge – oder um neue Häfen und Buchten schon vor dem Törn virtuell zu erkunden.

Meine kleine Spielerei: Mit dieser App lassen sich Routen als 3D-Animation exportieren – super für Reels und Instagram-Stories.
Klingt banal, ist aber an Bord Gold wert. Die Crew kann gemeinsam einkaufen planen und abhaken – auch offline.
Für die Bordkasse: Ausgaben erfassen und automatisch fair auf alle Crewmitglieder aufteilen.
Für Regatten oder Langfahrten mit Tracking – praktisch, um Freunde und Familie live teilhaben zu lassen.
Community-App des bekannten Blauwasser-Vereins. Ideal für Langfahrt-Segler, um Kontakte und Infos auszutauschen.
Offizielle Auswärtiges-Amt-App für Deutsche im Ausland – nützlich, wenn man längere Törns oder Atlantiküberquerungen plant.
🎬 5. Medien & Erinnerung
Schneller Videoschnitt direkt an Bord. Ich nutze LightCut oft, um Clips für Instagram oder YouTube vorzubereiten, bevor ich sie später am Mac in Premiere Pro verfeinere.
⚙️ Workflows: So nutze ich die Apps im Zusammenspiel
🧭 Routen- und Törnplanung
Navily – zuerst suche ich Häfen und Ankerbuchten in der geplanten Region. Bewertungen, Fotos und Ankergrund helfen bei der Auswahl.
Google Maps / Google Earth – dann prüfe ich, was in der Umgebung interessant ist: Altstädte, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Wanderungen.
Navionics Boating – hier erfolgt die eigentliche Routenplanung: Start- und Zielhafen eingeben, Route berechnen, Tiefenlinien prüfen, Strömungen beachten.
PredictWind & Windy – anschließend checke ich Windrichtung und Wetterfenster, um den passenden Tag und Kurs zu wählen.
Logbook – zum Schluss lege ich den geplanten Törn im digitalen Logbuch an und trage Crew, Etmale und Wegpunkte ein.
⚓ Ankern & Sicherheit
Beim Anlaufen der Bucht hilft Navily, um zu sehen, wie viel Platz und Schutz vor Wind zu erwarten ist.
Nach dem Fallen des Ankers aktiviere ich den Ankeralarm, um sicher zu schlafen.
Parallel läuft SafeTrx mit, falls ich allein unterwegs bin oder längere Zeit keinen Funkkontakt habe.
🧭 Manöver & Ausbildung
Vor Törns mit wechselnder Crew rufe ich gern Hafenmanöver 2.0 oder Skipper-Praxis auf – gerade für unerfahrene Mitsegler super, um das „Warum“ hinter den Manövern zu verstehen.Und wer’s ganz genau wissen will: Seemannschaft 2.0 hat immer noch die besten Grundlagen für Theorie und Praxis.
💰 Crew & Bordleben
Bring!: Einkauf und Proviantplanung gemeinsam mit der Crew.
Cashinator: Bordkasse abrechnen, Ausgaben teilen, Überblick behalten.
TravelBoast: Den gesamten Törn als 3D-Reisevideo festhalten – und später im Blog oder auf Instagram teilen.
⚓ Fazit: Digitale Seemannschaft
Apps ersetzen keine Erfahrung – aber sie sind heute ein fester Bestandteil moderner Seemannschaft.Richtig eingesetzt, machen sie Planung, Sicherheit und Kommunikation einfacher und präziser.Ob beim Landgang über Google Maps, beim Check des Wetterfensters über PredictWind oder beim abendlichen Rückblick im digitalen Logbuch – mein Bordalltag ist längst digital unterstützt.
Und trotzdem bleibt das Wichtigste unverändert: Klarer Kopf, sichere Hand, und der Respekt vor Wind und Wellen.🌊





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